KnipsWerkstatt | Spiekeroog: Im Zeichen des Sturms!

Spiekeroog: Im Zeichen des Sturms!

Containerstrandung - Glory Amsterdam - das Theaterstück "Sturmflut" vom Letzten Kleinod.  Ereignisse, die doch irgendwie alle zusammen hängen!

Das Theaterstück "Sturmflut" vom Letzten Kleinod hatte am 11. November Premiere. Eine schöne Gelegenheit, um ein paar stürmische Zeilen!

Februar 1962: Eine noch nie da gewesene Flutkatastrophe brach über die Deutsche Bucht herein. Auch die Insel Spiekeroog wurde schwer beschädigt. Teile der Dünen und die alte Strandhalle wurden von der Wucht der Wellen weggerissen, in der Nähe des Dorfes brachen die Deiche. Wann kommt der nächste Jahrhundertsturm? Vor über einem Jahr haben wir gemeinsam mit Jens-Erwin Siemssen, Chef und Regisseur vom Letzte Kleinod, dieses Ereignis als Ausgangssituation für die neue Theaterinszenierung  gewählt. Nicht wissend, dass wir dabei nicht nur die Vergangenheit "aufarbeiten" sondern auch die Gegenwart mit einbeziehen.
Bildschirmfoto 2017-11-12 um 10.33.28Bildschirmfoto 2017-11-12 um 10.33.28 Bildschirmfoto 2017-11-12 um 10.33.39Bildschirmfoto 2017-11-12 um 10.33.39 Quelle: Inselmuseum Spiekeroog

Dezember 2016: Eine schwere Sturmflut tobte vor den ostfriesischen Inseln. Vier Container mit Bauholz wurden vom Deck eines havarierten Schiffes gerissen und am Strand von Spiekeroog angeschwemmt.   Ich war unglücklicherweise gerade nicht auf der Insel, so dass ich keine eigene Bilder von diesem Ereignis habe. Hier ein Foto von meinem Kollegen Peter Hartmann.

IMG-20170122-WA0000IMG-20170122-WA0000 Quelle: Peter Hartmann, Spiekeroog

Das Letzte Kleinod hatte die Idee, sich das Bauholz für die Theaterproduktion zu sichern. Somit verbanden sich die Ereignisse. Aber damit noch nicht genug. 

Kaum war die Crew vom Letzten Kleinod auf Spiekeroog "gelandet" gab es einen neuen Sturm, bei dem im November 2017 der Schüttgutfrachter Glory Amsterdam am Riff zwischen den Inseln Langeoog und Spiekeroog gestrandet ist. Hatte ich doch Sturmfluten als Bedrohung aus früheren Zeiten gesehen musste ich mich schnell korrigieren. Die Glory Amsterdam konnte zwar schnell geborgen werden, aber mit ihr wurde die Gefahr von Sturmfluten wieder sehr bewusst. Nicht auszumalen was passiert wäre, wenn das Schiff voll beladen mit Öl auseinander gebrochen wäre. Unglückliche Umstände haben das Schiff havarieren lassen, aber ich meine, dass auch besonders glückliche Umstände Schlimmeres verhindert haben. 

Die Glory Amsterdam musste ich natürlich direkt fotografieren. Im Anschnitt hatte ich ein paar Urlauber gewählt, damit die Nähe zur Insel und zum Tourismus deutlich wird. 

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Dieses Bild wurde sehr schnell von der Presse aufgegriffen, es tauchte in der FAZ, der Bild und sogar im ZDF Heute auf. Hat mich ein wenig Stolz gemacht, waren doch viele Fotografen auf das Schiff angesetzt und z.T. mit Helis oder Flugzeugen darüber geflogen. Dennoch wäre mir ein glücklicheres Ereignis deutlich lieber gewesen...
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Quelle: ZDF Heute, www.zdf.de

Und dann habe ich erfahren, wen ich da durch Zufall als Urlaubergruppe abgelichtet habe: Die Crew vom Letzten Kleinod, die gerade eine Szene am Strand probte. Und so schließt sich der Kreis;-)
 

Hier noch ein paar Bilder vom Theaterstück - bis März wird es auf Spiekeroog im alten Doktorhaus am Noorderloog aufgeführt. Es lohnt sich! Es zeigt uns nicht nur die Bedrohlichkeit von Stürmen aus vergangenen Zeiten sondern regt auch zum Nachdenken an. Denn der nächste Sturm kommt bestimmt!

 


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